Erste Schritte ins «Shea-Business» – Tour in Accra, Ghana

Ich bin definitiv vom Shea-Virus infiziert. Seit ich diesen Rohstoff genauer unter die Lupe genommen habe bin ich von seiner Wirkung, Herstellung und Geschichte fasziniert. Zugegeben faszinieren mich natürliche Rohstoffe seit meiner Ausbildung zur Bäuerin in einem Frauenkloster, seit dem ich meine eigene Kosmetik mit Kräutern, Ölen und Wachsen herstelle. Und jetzt eine Butter! Eine Pflanzenbutter mit Geschichte! Höchste Zeit mehr herauszufinden und in Ghana der Sheabutter auf die Spur zu gehen. Komm mit!

Erster Stop: Firestation – Erstes Gespräch

So stehen wir vor DER Feuerwehrstation, irgendwo im Nirgendwo in Mitten der Millionenmetropole Accra. Es ist Morgen, doch die heisse Westafrikanische Sonne zeigt sich bereits in ihrer Fülle. Per Telefon wurden wir zu einer Feuerwehrstation gelotst. Nach etlichen Anrufen haben wir sie erreicht, bloss nimmt nun keiner mehr das Telefon ab. Sucht man in der Hauptstadt Ghanas einen bestimmten Ort, so kann man nicht den Strassennamen folgen, denn diese fehlen oft. Vielmehr braucht es etliche Anrufe und rätselhafte geografische Erklärungen.

Erfolglos suchen wir die Strassen ab. Weit und breit ist unser Ziel nicht in Sicht. Dafür klingelt wieder unser Telefon. Wir sollen zur «Trade Fair» gehen. Erneut winken wir ein Taxi heran und verhandeln den überteuerten Preis. Bei der «Trade Fair» angekommen, ein weiterer Anruf: «Just go to the firestation.» Ist das nicht da wo wir gerade herkamen?!?

Nach langem Herumirren haben wir das Ziel tatsächlich erreicht. Ein kleines Haus mit einem Shea-Shop steht vor uns. Und hinter dem Haus, siehe an, tatsächlich eine weitere Feuerwehrstation. Natürlich eine Andere als die wir zuvor lokalisiert hatten.
Der Shea-Shop ist ein kleiner Produktions- und Verkaufsort von handgemachten Sheabutter Produkten. Das Team der Manufaktur setzt sich für ethische Arbeitsbedingungen der Produzentinnen im Norden des Landes ein. Freundlich und schüchtern zeigt uns die Tochter der Inhaberin die verschiedenen Produkte. Die pure naturbelassene Sheabutter ist toll. Weitere Produkte seien natürlich beduftet. Doch beim Testen der Produkte ist da meine Nase anderer Meinung. Auf meine Frage, ob die Duftstoffe wirklich natürlicher Herkunft sind, bekomme ich mehrmals eine positive Antwort. Doch der Fall ist für mich klar: Leider nein! Eine Zusammenarbeit kommt nicht in Frage.

Global Mamas – Zweites Gespräch

Durchnässt von der tropischen Hitze ziehen wir weiter den Strassen Accras entlang. Unser nächster Stop: Global Mamas Shop in Osu. Da haben wir Glück, treffen wir doch direkt auf die Inhaberin des Shops und der gleichnamigen fair trade Organisation. Auch im Global Mamas Shop gibt es ein schönes Sortiment an Sheabutter Produkten. Die Inhaberin Renae hat über zehn Jahre Erfahrung mit dem Handel von Sheabutter. Sie zeigt mir die Herausforderungen auf, erzählt von ihren persönlichen Erfahrungen mit verschiedenen Kooperativen und Partner und bestätigt Antworten auf meine Fragen. Das Gespräch mit Renae hat sich als sehr hilfreich erwiesen und mein Wissen über das Shea-Business sich wieder um ein Stück erweitert.

Chop Bar Breaktime

Der Uhrzeiger steht schon bei 14 Uhr, Zeit für die Chop Bar. Einmal Jollof Rice mit Chicken und einmal Fufu mit Beef steht bei uns auf dem Speiseplan. In dem grossen überdachten Raum geht ein angenehmer Wind. Das Essen schmeckt ausgezeichnet und die Pause tut echt gut.

Weiter zum Fitnesscenter – Drittes Gespräch

Gestärkt geht es weiter zu unserem nächsten Treffen. Dieses findet in einem klimatisierten Fitness Center statt. Herzlich werden wir von der Gründerin der Manufaktur und ihrer Mutter empfangen. Die Naturkosmetik-Produktion wurde 2014 ins Leben gerufen. Dies alles mit natürlichen Rohstoffen aus dem Norden Ghanas. Eine echte Beauty Safari für die Haut und zugleich auch für die Nase. Jedem einzelnen Produkt liegt eine Geschichte auf alten Traditionen Ghanas beruhend zugrunde. Altbewährtes bewährt sich heute oft neu. Die Inhaberin erzählt uns viel aus den Weiten des Nordens, von den Frauen in den Kooperativen, der Sheabutter Produktion, den Ameisenhügeln, den Bienenstöcken und den Affenbrotbäumen, Baobab genannt. Auch zeigt sie die kulturellen Unterschiede vom Süden zum Norden auf. Selbst für sie als Einheimische sind es zwei ganz unterschiedliche Welten und ohne eine Vertrauensperson vor Ort gehe gar nichts. Wir sind begeistert von ihrer Leidenschaft für ihre Produkte, von ihrem Gespür für Ästhetik und von ihren Qualitätsansprüchen. Derzeit durchläuft sie mit ihren Produkten die Tests der Lebensmittelbehörde Ghanas. Wir verbringen einige Stunden im kühlen Fitness Center und kehren am Folgetag erneut für einen Austausch zurück.

Es folgten viele weitere Gespräche und Besuche in Accra und auch ausserhalb der Hauptstadt. Und ich freue mich wenn ich dann in Zukunft an der jährlichen Shea-Konferenz Afrika teilnehmen kann. Yes, die Shea-Reise geht weiter…

xox
Deine Sandra

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