Glas, Bio-Plastik oder doch lieber PET?

Das Thema Verpackung: Viel diskutiert, oft umstritten und dies zu recht. Gibt es ein Argument dafür, so gibt es auch eins dagegen. Schnell steckt man in wochenlangen Recherchen fest, ist letzten Endes jedoch noch verwirrter als zu Beginn. Für Laien bedeutet die Wahl der sogenannt «besten Verpackung» schnell die totale Überforderung.

Ja, ich gehöre auch zu denen. Zu denen die, vielleicht ein bisschen naiv, zu Beginn glaubten Glas sei die beste und umweltfreundlichste Verpackungswahl für meine Naturkosmetik. Kann es sein, doch nicht in jedem Fall. Und nicht in meinem Fall.

Glas soll es sein! Doch dann…

Glas ist das umweltfreundlichste, sieht schön aus, hat einen guten Ruf und ist beliebt. So habe ich zu Beginn von SHEA YEAH Glastiegel in allen Formen, Farben und Grössen bestellt, begutachtet und getestet. 

Doch ich war unsicher und nicht 100% zufrieden. Glas ist so schwer. Wie staple ich es? Wie versende ich es? Wie wirkt sich das Gewicht auf den Transport aus? Frage über Frage. Die Recherchen nach der geeigneten Verpackung zogen sich in die Länge. Klarheit keine in Aussicht. Schliesslich trat ich mit WWF und anderen Umweltorganisationen in Kontakt.

Meine Verpackungs-Recherchen – auch in Ghana

Sandra mit Kosmetik-Verpackung auf dem Rücken in Ghana
Accra, Ghana. Ich mit einem Sack lokal hergestellten PET Dosen. Stellten sich dann als doch untauglich heraus 🙂
Mission Verpackung: Hier im Industrie-Quartier in der Hauptstadt Ghanas, in Accra. Ich besuchte diverse Verpackungs-Fabriken, wartete stundenlange auf Abklärungen.

Verpackungs-Korrespondenz mit dem WWF

«Guten Tag, die Suche nach dem umweltfreundlichsten Döschen für meine Kosmetikprodukte stellt sich als ziemlich schwierig heraus. Können Sie mir eine Empfehlung abgeben, welches der folgenden Materialien für die Umwelt am wenigsten schädlich ist. PET, PP, Aluminium, Recycletes Aluminium, Weissblech oder Glas.» Beste Grüsse Sandra Fischer

Zwei Antworten, eine kurze und eine ausführliche, erreichten mich (im Oktober 2016). Hier die Kurze:

«Freut mich sehr, dass Sie aktiv daran arbeiten, unseren Konsum umweltschonender zu gestalten. Wählen Sie die Verpackung, welche sich mit dem Produkt am besten verträgt, bzw. die längste Haltbarkeit und die wenigsten Verluste bei der Nutzung des Produkts erlaubt (Grösse und Verschluss den Bedürfnissen der Konsumenten entsprechend).

Falls die oben genannten Punkte für alle Varianten zutreffen würde ich wie folgt (analog Resultaten aus Studie für Getränkeverpackungen des BAFU) priorisieren:

1. Kunststoffe wie PET, PE, PP oder PLA
2. Recyceltes Alu
3. Alu
4. Weissblech
5. Glas»

So ging das Testen nach der besten Dose weiter. Diesmal nach dem Kriterium nach dem Bedürfnis der Kunden. Meine Wahl fiel somit auf PET Dosen mit Aludeckel.

Verpackungskonzept durch Umweltingenieurin

…in Zusammenhang mit dem Relaunch von SHEA YEAH nahm ich das Thema 2018 erneut auf. Es liess mir keine Ruhe. Doch diesmal holte ich mir Unterstützung. Martina Wirsch von Tiefgrün, eine Umweltingenieurin der ETH, nahm sich dieser Aufgabe an. Sie führte ausführliche Abklärungen an verschiedenen Stellen durch. Die Ergebnisse sind spannend und zeigten: Die «perfekte Verpackung», so wie ich sie mir wünsche, gibt es schlicht nicht. Um Kompromisse kommt man nicht herum. Die beste Wahl für SHEA YEAH ist für den Moment nach wie vor PET mit ALU. Du kannst hier Einsicht ins Verpackungskonzept haben.

Karte mit Sheabutter auf dem Containerschiff Tracking

Container-Schiff Tracking

Die Ernüchterung über den bisschen ökologischeren Import über See- anstatt Luftweg traf mich 2019. Dazumal lud ich zum ersten Mal eine «Vessel Tracking App» herunter um das Container-Schiff mit unserer Sheabutter zu verfolgen. Der Schiffsverkehr auf unseren Meeren ist ja unglaublich gross. Zugegeben fand ich es allerdings super zu schauen was da alles auf dem Gewässer so unterwegs ist und unter welchen Ländern die jeweiligen Flotten fahren. #logistiknewcomer 🙂

Zusätzlich erstellte sie aus den Analysen heraus eine Liste an Empfehlungen. 2019 konnte ich davon einen, für mich logistiktechnisch grossen, Schritt vorwärts machen: Den Import vom Flugzeug auf das Schiff verschieben. Doch auch damit ist es noch nicht getan, es gibt noch vieles zu tun. Für ein kleines Unternehmen wie SHEA YEAH sind jedoch diese Optimierungen nur schrittweise möglich. Doch ich bleibe dran, ich versprechs! Denn das Thema bewegt mich und ich möchte SHEA YEAH so nachhaltig wie möglich gestalten.

Love,
Sandra

Lust bekommen Naturkosmetik in PET Dosen zu kaufen? Oder nur PET Dosen 🙂

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