Verwendungsarten von Sheabutter

Verwendung in der Kosmetik

Der hohe Gehalt an Unversiegbarem in Sheabutter wirkt sich bei der Anwendung sehr positiv auf die Haut aus. Sie macht die Haut geschmeidig, bindet Feuchtigkeit an die Oberhaut und verhindert so das Austrocknen. Sheabutter ist sehr gut verträglich, gerade auch für empfindliche Häutchen. Durch ihre vielen positiven Eigenschaften wird sie in vielen Pflegeprodukten wie Lotionen, Cremen, Lippenbalsamen & Co. verwendet. Sheabutter hat einen natürlichen Sonnenschutzfaktor von 3. Die natürlichen Antioxidantien Vitamin E und Beta-Carotin helfen zudem der Haut, sich vor freien Radikalen, die mit für die Hautalterung verantwortlich sind, zu schützen. Somit wird der Sheabutter eine Anti-Aging-Wirkung nachgesagt. Weiter schützt und regeneriert Sheabutter die Haut vor Wettereinflüssen.

Verwendung in der Pharmazie und Medizin

Der Inhaltsstoff Allantoin, der in der Sheabutter enthalten ist, wirkt entzündungshemmend. Deswegen kann sie bei trockener und zu Ekzemen neigender Haut, sowie bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Psoriasis Linderung verschaffen. Auch bei Narben hilft sie diese zu ebnen.

In einer klinischen Untersuchung wurde der Einsatz von Sheabutter auf der Nasenschleimhaut gegen Schnupfen getestet. Dabei stellte  man die bessere Wirkung gegenüber herkömmlichen Nasentropfen fest (Tella 1979).

Traditionell wird Sheabutter in ihren Ursprungsländern gegen Rheuma verwendet. Durch die Massage beim Eincremen und die entzündungshemmenden Inhaltsstoffe, können Gelenkschmerzen bei regelmässiger Anwendung gelindert werden. Hierfür ist vorallem die gelbe Sheabutter bekannt. Sie ist mit der Wurzel des Borututu-Baum angereichert. 

Im Norden Ghanas wird die Rinde des Borututu-Baumes seit Jahrhunderten für die Herstellung von topischen Präparaten und Tees verwendet, die zur Entgiftung und Heilung von Entzündungen beitragen. Seine gelbe Wurzel wird während der Herstellung zur “normalen” Sheabutter hinzugefügt. Das Ergebnis ist eine Sheabutter, die eine leuchtend gelbe Farbe hat und zusätzlich zu der “normalen” Sheabutter mit extra Antioxidantien und Mineralstoffen angereichert ist.

Verwendung als Dermatotherapeutikum

In einer klinischen Studie wurde reine Sheabutter an 35 Patienten mit Hauterkrankungen getestet, während an 15 Patienten eine 15% Sheabutter creme getestet wurde. Die Probanden applizierten dabei 2mal täglich zwischen 10 Tage bzw. 5 Monate lang die Produkte. Dabei wurde festgestellt, dass bei schuppender Dermatitis und trockener Altershaut schnellere und bessere Resultate erzielt werden können als mit einer fetten Corticosteroidsalbe. Sowohl die reine Sheabutter als auch die 15%ige Creme erwiesen sich bei der Behandlung von atrophischen und degenerativen Symptomen durch Alter und anhaltende Strahlenbelastung der Haut als wirksam (Tran 1984).

Die in Sheabutter enthaltenen Triterpenalkohole Amyrin, Lupeol und Butyrospermol wirken antiinflammatorisch. Sie hemmen auch proteinabbauende Enzyme und Proteasen. Diese wirken in der Haut und bauen Collagen und Elastin ab, welche jedoch wichtige Strukturproteine zur Stärke und Belastbarkeit der Haut sind. Die Produktion dieser Proteine sind mit dem Alter vermehrter. Dies führt zu dünnerer und weniger elastischer Haut. Sheabutter kann dagegen eingesetzt werden.

Senkung des Cholesterinspiegels

Durch eine kontrollierte Doppelblindstudie wurde der Effekt von einem Aufstrich aus Sheabutter an Gesunden mit normalen bis leicht erhöhten Serumcholesterinspiegeln untersucht. 53 Probanden nahmen über einen Zeitraum von 6 aufeinander folgenden Wochen 30 g/d des Sheabutteraufstriches zu sich, in der Kontrollgruppe erhielten 52 Probanden 30 g/d eines Aufstriches aus Sonnenblumenöl. Die „Sheabutterdiät“ reduzierte dabei den Gesamtcholesterinspiegel um 5%, den LDL-Cholesterinspiegel um 8%, das Verhältnis von LDL-Cholesterin zu HDL-Cholesterin um 9%, den Apolipoprotein B-Spiegel um 7% (jeweils Durchschnittswert im Serum), den durchschnittlichen diastolischen Blutdruck um 2% und den durchschnittlichen systolischen Blutdruck um 3%. HDL-Cholesterin-, Triglycerid- und Lipoprotein a-Spiegel im Serum blieben dabei unbeeinflusst. Der durchschnittliche BMI (Body mass index) reduzierte sich signifikant um 0,6%.

Die Ergebnisse zeigten, dass eine Diät mit Sheabutter effektiv den Gesamt- und LDL-Cholesterinspiegel in gesunden Erwachsenen reduzierte und somit zur Prävention von koronaren Herzgefässkrankheiten dienen kann (Schmidt et al. 2003).

In der Lebensmittelindustrie

Die Stearine aus Sheabutter werden gerne als Kakaobutter Substitut eingesetzt. Weiter wird sie gerne als Margarine, in Backfetten und anderen Nahrungsmitteln eingesetzt.

Weitere Verwendungen

Die Butter wird sehr gerne zur Seifenherstellung verwendet. Auch findet man sie im Baugewerbe als Schutz gegen Regen an Hauswänden verwendet (Axtell und Fairman 1992, S. 121). Sheabutter wird in afrikanischen Ländern als Speisefett verwendet, in Europa dient es u.a. zur Margarineproduktion, zur Herstellung von Salbengrundlagen und als Ersatz für Kakaobutter (Hunnius 1998, S. 1466).

Quellenangabe: Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle, 2. Auflage 2013, Sabine Krist, Universität Wien, Institut für klinische Pharmazie und Diagnostik